Newsletter № 180
26.05.2026
I.
Am Samstag, 13.06.2026, finden zeitgleich Solidaritätswanderungen in Kärnten und Tirol statt, in Kärnten zum Asylwerberheim „Lamm8“, in Tirol zum Rückkehrzentrum „Bürglkopf“. In beiden Lagern werden Menschen auf über 1.000 Meter Seehöhe sozial und geographisch isoliert und müssen dort oft über viele Monate unter haftähnlichen Bedingungen leben.
SO SIND WIR NICHT ist an den Vorbereitungen zu diesen Wanderungen beteiligt und ruft zur Teilnahme auf (Treffpunkte s. Flyer im Anhang). Wir wollen mit den Bewohner_innen in Kontakt treten, damit Hemmschwellen abgebaut werden. Oben gibt es jeweils ein gemeinsames Picknick, Mitbringsel für das Buffet sind willkommen – gerne auch zum Teilen.
Für die Anmeldung zur Wanderung und weitere Informationen gibt es jeweils eine WhatsApp-Gruppe:
II.
In einem Newsletter der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch, den wir kürzlich erhalten haben, wird von einem Angriff der libyschen Küstenwache auf die Sea-Watch 5 berichtet. Zumindest eines der angreifenden Boote ist von Italien an die libyschen Behörden übergeben worden. Auch SOS Méditerranée war bereits von solchen Übergriffen betroffen.
Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, was Länder wie Libyen mit der millionenschweren technischen, logistischen und finanziellen Unterstützung der EU machen. Seit Jahren wird von schweren Verbrechen der libyschen Küstenwache gegen Migrant_innen berichtet, worauf die EU ganz betroffen Aufklärung verspricht, wie z.B. in diesem Artikel aus dem Jahr 2023. Allerdings ist die Betroffenheit nicht ehrlich, denn in Wahrheit tolerieren die EU-Behörden nach wie vor illegale Pushbacks, Folter, Sklavenhandel, Vergewaltigung und Mord, und leisten damit Beihilfe zur Ausführung dieser Straftaten.
Auch im „asyl aktuell 2026/01“, der Zeitschrift der asylkoordination österreich, gibt es einige Kurzmeldungen, die auf die lebensgefährlichen Bedingungen auf den Fluchtrouten in die EU hinweisen, insbesondere auf der Atlantikroute zwischen Westafrika und den Kanarischen Inseln.
III.
Passend zu diesen Berichten über die besorgniserregenden Zustände an den EU-Außengrenzen ein Veranstaltungshinweis für Innsbruck:
Unter dem Titel „STILLES GEDENKEN“ werden wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Plattform Asyl und SOS Balkanroute am 19.06.2026 vor der Annasäule in Innsbruck eine Kundgebung abhalten. Wir wollen rund 20 Personen sein, die gleichzeitig am Boden liegen und damit die Toten an den EU-Außengrenzen symbolisieren. Rundherum ein Kerzenkreis, Banner und ein Infostand, die mit Schlagwörtern und Zahlen auf die Thematik aufmerksam machen.
Wir freuen uns über alle, die sich an der Aktion beteiligen möchten – gerne vorher melden oder auch einfach vorbeikommen – weitere Details am Flyer im Anhang.
IV.
Doro Blancke, eine langjährige Kooperationspartnerin an der EU-Außengrenze, hat uns einen ausführlichen Bericht von „Defence for Children International – Griechenland“ über deren Rechtshilfeprogramm auf Lesbos geschickt (s. Anhang). DCI spielt damit eine zentrale Rolle beim Schutz der Rechte von Asylsuchenden und bietet vertrauenswürdige rechtliche Vertretung und Begleitung während des gesamten Asylverfahrens.
Doro unterstützt DCI seit Jahren – wer sich daran beteiligen will, findet hier eine Spendenmöglichkeit.
V.
Alljährlich rund um den Weltflüchtlingstag veranstaltet die Stadt Innsbruck das Fest der Vielfalt – dieses Jahr exakt am Weltflüchtlingstag, dem 20.06.2026 (s. Flyer im Anhang). Mit diesem Fest feiert Innsbruck seit 2013 die Vielfalt, die Menschen aus mehr als 150 Nationen in die Stadt gebracht haben.
Seit 2025 ist die Stadt Innsbruck Teil von ECCAR, ein Netzwerk von rund 180 europäischen Städten, das sich aktiv gegen Rassismus einsetzt. Schwerpunkte des „Fest der Vielfalt“ sind heuer daher Demokratie, Menschenrechte und Teilhabe, also die Basis für eine rassismuskritische Gesellschaft.
Zwischen 12 und 14 Uhr wird SO SIND WIR NICHT einen Stand mit dem Titel „Über Grenzen. Wer darf rüber und wer nicht?“ betreiben, der zur aktiven Teilnahme einlädt. Schüler_innen der 4. Klasse der HTL Bau Informatik Design haben unseren Stand (im Rahmen eines Wettbewerbs von Zweier-Gruppen) gestaltet.
VI.
Ebenfalls alljährlich findet das IFFI (Internationales Film Festival Innsbruck) im Innsbrucker Leokino statt, heuer vom 02. bis 07. Juni. Wie immer werden im Festival-Programm Filme aus Regionen und zu Themen gezeigt, die in globalen Kinonetzwerken unterrepräsentiert sind.
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