Vernetzungsplattform zum Thema Flucht

Zitiert

»This is not who we are.« von Präsident Barack Obama häufig verwendeter Satz

»So sind wir nicht.« Bundespräsident Alexander van der Bellen, 18.05.2019

»Ich war acht Jahre der erste Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung. Da habe ich in den Slums der Mongolei, in Bangladesch, in Guatemala fürchterliches Elend gesehen. Aber solches Elend, solche Erniedrigung, solche Verzweiflung, Selbstmorde von Kindern wie in Moria habe ich davor nicht gesehen. Und das geschieht auf europäischem Boden mit unserem Steuergeld.«

Jean Ziegler – Blickpunkte, 24.10.2020

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sagte Gerald Knaus:

  • »Ich glaube, dass wir uns nicht leisten können, hier länger naiv zu sein: Das was wir sehen, ist so gewollt. Im Sommer 2016 hat der Bundeskanzler gesagt: Wir sollten Leute, die irregulär nach Europa kommen, auf Inseln festsetzen, bis sie zurückkehren. Er hat sogar die Insel genannt: Lesbos.«

Migrationsexperte Gerald Knaus – Vernetzungstreffen, 17.10.2020

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Die Aussage des damaligen Außenminsters im Original-Wortlaut:

  • »Wer auf einer Insel wie Lesbos bleiben muss und keine Chance auf Asyl hat, wird eher bereit sein, freiwillig zurückzukehren, als jemand, der schon eine Wohnung in Wien oder Berlin bezogen hat.«

Außenminister Sebastian Kurz – Die Presse, 04.06.2016

»Natürlich kommt Österreich seiner Verpflichtung, Asylrecht zu gewähren, nach. Aber angesichts der extremen Notlage auf den griechischen Inseln braucht es ein viel stärkeres empathisches Handeln. Wollen wir warten, bis die Leute im Winter erfrieren? Neben der Hilfe vor Ort muss rasch evakuiert werden. Zu einer fairen Verteilung der anerkannten Flüchtlinge gibt es keine Alternative.«

Bischof Hermann Glettler – Der Standard, 14.10.2020

»Das Hauptargument Österreichs ist, dass Übersiedlungen von Flüchtlingen in andere EU-Staaten einen Pull-Faktor darstellen würden. Das ist aber nur die Hälfte des Arguments, denn der Pull-Faktor ist Europa selbst! (...) Europa hat eine alternde Bevölkerung, es ist relativ wohlhabend, ökonomisch stark, friedlich, demokratisch, und die Bevölkerungszahl nimmt ab. In anderen Teilen der Welt leben junge Menschen, das Bevölkerungswachstum ist dort riesig, es gibt autoritäre Regime, Krisen, Konflikte und schwache Volkswirtschaften.«

Vizemigrationsminister Georgios Koumoutsakos – Der Standard, 30.09.2020

»Wir helfen vor Ort« heißt im Klartext nichts anderes, als wir unternehmen alles, um uns diese Menschen – die wirklich Ärmsten der Armen – weiterhin vom Leibe zu halten, damit sie uns nur ja nicht in unserer Sattheit behelligen können. Ein Verhalten solcher Art ist zynische Herzenshärte.«

Lydia Tautscher-Saxl – TT, 18.09.2020

»Man müsste dringend das sogenannte Dublin-System ändern, also die Verordnung, wonach jenes EU-Land für die Bearbeitung eines Asylantrags zuständig ist, in das ein Antragsteller zuerst eingereist ist. Seit einem Jahrzehnt kommen die meisten Schutzsuchenden übers Mittelmeer nach Zypern, Malta, Italien, Spanien und Griechenland. Und diejenigen EU-Staaten, die keine Außengrenzen haben, sind fein raus.«

Migrationsexpertin Jutta Lauth Bacas – Der Standard, 16.09.2020

»Denn wenn man Decken und Zelte und ein wenig Geld ins Südliche schickt, dann sieht man die Menschen nicht mehr, weil die sind ja dann unter der Decke. Hilfe vor Ort, so geht das. – So, es reicht. Genug fremdgeschämt vorm abendlichen Fernseher. Lasst sie rechts liegen, die realistisch-rationalisierten Nationalpragmatiker. Denkt. Kümmert euch um Menschen wie Menschen. Das will ich. Und viele andere wollen das auch. Denn: So sind wir nicht – und so schon gar nicht! Habt wieder Mut und gebt ihn weiter! Lasst euch nicht verängstigen. Schaffen wir gemeinsam ein Bündnis der Willigen!«

 Schauspieler Cornelius Obonya – Der Standard, 12.09.2020

»Wenn ein Schiff vor der Küste Europas auftaucht, oder ein Zwischenfall in einem Lager ist, oder eben so eine Notlage, gibt es sofort das Geschrei: Verteilung! Das kann nicht die Lösung sein.«

Außenminister Alexander Schallenberg – ZIB 2, 09.09.2020

»Eine Verteilungslösung wäre eine Lösung, und hier von einem Geschrei zu sprechen, das halte ich für einen Außenminister für nicht würdig.«

Klubobfrau Sigrid Maurer – ZIB 2, 10.09.2020

»Es kann doch nicht sein, dass wir als fünftreichstes Land Europas es in dieser Situation nicht schaffen, Flüchtlingskinder aufzunehmen. Ich empfinde es als Schande, dass Österreich die Schotten dicht macht.«

Schauspieler Cornelius Obonya – Der Standard, 04.05.2020

»Der zweite Antrag betrifft die schon seit Jahren menschenunwürdigen Zustände in den Lagern auf den griechischen Inseln. Es ist jetzt völlig egal, wer daran schuld ist. Es ist gut, wenn Sie, Herr Innenminister, Container nach Griechenland liefern, es gibt aber ein Programm der Europäischen Kommission für die unbegleiteten Kinder dort. Die Kommission identifiziert diese Kinder, bietet sie den EU-Ländern an und finanziert auch den Flug in die EU-Mitgliedstaaten mit.
Ein derartiges Programm entlastet das griechische Gesundheitssystem und ermöglicht diesen ausgewählten Kindern eine Rettung aus einer humanitären Krise und Notlage, die sich auf EU-Territorium abspielt, was eigentlich schon unfassbar ist – deswegen auch das Engagement der Europäischen Kommission. Da gibt es also ein Angebot, dass Sie aktiv ausschlagen müssten. Tun Sie das wirklich als Minister der vermeintlich christlichen ÖVP? – Luxemburg hat Kinder aufgenommen, Deutschland will noch mehr aufnehmen, Portugal hat heute gesagt, sie nehmen Kinder, Slowenien hat heute gesagt, sie nehmen Kinder. Es kann doch nicht sein, dass wir unter einer türkis-grünen Bundesregierung kein einziges Kind aufnehmen!«

Abgeordnete Stephanie Krisper – Rede vor dem Nationalrat, 28.04.2020

»In den zentralen Fragen habe ich gänzlich andere Vorstellungen als Sebastian Kurz. (...) Lebt man wirklich Mitmenschlichkeit und christlich-soziales Gedankengut, oder lässt man Kinder im griechischen Moria im Dreck sitzen, während man zu Ostern irgendwas von Auferstehung faselt? Recht und Gerechtigkeit, Humanismus und Würde, Leistung und Sozialstaat. Da verbindet mich mit dem Kanzler ganz wenig.«

Multi-Perkussionist Martin GrubingerDer Standard, 17.04.2020

»Nicht zu vergessen: die Flüchtlinge auf Lesbos. Dort sind 20.000 Menschen auf einer Fläche, die nur für 3.000 ausgelegt war; keine medizinische Hilfe. Das Chaos und das Leid sind einfach nicht zu ertragen. Das hat dazu geführt, dass ich mich in einer Art Lähmung befinde und die Kraft nicht aufbringe zu musizieren.«

Geigerin Anne-Sophie Mutter – Ö1 Leporello, 30.03.2020

»Wir sind 1995 als jüdische Familie über das Flüchtlingskontingent nach Deutschland gekommen, aber mit dem Flugzeug und einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmi-gung. Wir sind nicht Tausende von Kilometern zu Fuß gegangen, haben uns nicht in ein Boot über das Mittelmeer setzen müssen.«

Pianist Igor Levit – Konzert für Flüchtlinge, Düsseldorf, 27.11.2015